Freiwillige Feuerwehr
Tuttlingen
 

     
  Möhringen heute

Seit 1973 ist Möhringen ein Stadtteil von Tuttlingen. Möhringen als größter Satdtteil von Tuttlingen zählt heute ca. 4000 Einwohner. Als staatlich anerkannter Luftkurort ist die 651 Meter hoch gelegene Stadt ein beliebtes Urlaubsziel. Das historische Stadtbild bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, außerdem kann man in unmittelbarer Nähe Möhringens ein einzigartiges Naturschauspiel bewundern: Die Donauversickerung. Zwischen Möhringen und Immendingen versickert das Wasser der Donau - ein Teil das ganze Jahr über, während der Sommermonate sogar komplett. Durch unterirdische Höhlen fließt das Wasser dann mehrere Kilometer, bis es in der Aachquelle wieder ans Tageslicht tritt - ein Phänomen, das nicht nur für Geologie-Experten interessant ist.

Möhringen ist eine alte Narrenhochburg. Besonders bekannt ist das "Schemengericht", am "Schmotzigen Dunschtig", das bereits im Jahr 1549 abgehalten wurde. Urwüchsige Fasnet kann man aber auch beim "Hansele-Rennen" am "Fasnetszieschtig" erleben.
 
     
   
 

Geschichtliche der Abteilung Möhringen

Brände und ihre Bekämpfung zogen bis zu der Gründungszeit von Feuerwehren alle Einwohner in große Mitleidenschaft. Außer den Kindern, Behinderten, hütenden Hirten, Nachtwächtern, Flurschützern und ärmeren Wittfrauen ohne erwachsene Söhne traten alle Männer und "Weibsleute" bei Brandfällen in genau zugewiesene Tätigkeit.
Man schuf auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Fischler am 23. August 1863 einer Freiwillige Feuerwehr. Ihre vom Stadtrat genehmigten Statuten sahen eine Mitgliedschaft aller männlichen Bürger bis zu 40 Jahren vor. Die Stadt übernahm die Kosten für Montur und Ausrüstung.

Die erste Spritzenanschaffung erfolgte im Jahr 1863. Erster Feuerwehrkommandant war Taddäus Leiber.
1867 zählte das Feuerwehrcorps ohne die Feuerwehrkapelle 94 Mann. Das älteste Feuerwehrmagazin befand sich im alten Schulhaus.
1923 kamen die Geräte in die Donaumühle, später in einen Schuppen in der Bahnhofstrasse, 1957 in den Bauhof, wo die Feuerwehr am gleichen Standort bis heute untergebracht ist.
Die Kriegsjahre und der damit verbundene Einsatz der Männer im Kriegsdienst machten es erforderlich, dass 1944 eine weibliche Hilfsfeuerwehr gegründet wurde.
Nach Kriegsende wurde diese Truppe wieder aufgelöst.
Seit 1945, dem Ende des Krieges, wurde dem Feuerschutz besondere Bedeutung zugemessen. Es erfolgte ein Neuaufbau der Wehr, sowohl von der Mannschaftsstärke als auch von den Gerätschaften her.
Im Jahr 1951 erfolgte die Anschaffung des Löschfahrzeuges LF 8 (mit 1.200 l Pumpenleistung). Grössere Mengen Schlauchmaterial und Atemschutzgeräte wurden angeschafft. Zur Alarmierung der Wehr erfolgte der Aufbau eines Sirenensystems.
Aufgrund ihrer guten technischen Ausstattung war die Feuerwehr Möhringen bis zum Jahr 1972 Stützpunktfeuerwehr für die umliegenden badischen Gemeinden. 1963 erhielt die Feuerwehr Möhringen als Geschenk zum 100-jährigen Jubiläum eine Handdrehleiter DL 18 auf Opel Blitz Fahrgestell, die noch heute im Einsatz ist.
Im Jubiläumsjahr 1963 wurden die ersten Kontakte mit den Wehren der Partnerstädte Waidhofen/Ybbs (Österreich) und Bischofszell (Schweiz) geknüpft, die bis heute aufrechterhalten und gepflegt werden. Ein besonders kameradschaftliches Verhältnis verbindet die Feuerwehr Möhringen mit der Feuerwehr Bischofszell.
Seit 1983 besteht auch eine Partnerschaft mit den elsässischen Kameraden aus Berrwiller. Im Zuge der weiteren Modernisierung der Feuerwehr wurde 1972 die Funkalamierung eingeführt. Mit dieser Einrichtung war eine neuzeitliche und schnellere Alarmierung der Feuerwehr geschaffen, die in der Folgezeit weiter ausgebaut und der technischen Entwicklung laufend angepasst wurde. Durch die Funkalarmierung ist es möglich, dass die Feuerwehrmänner innerhalb weniger Minuten am Fahrzeug sind und in äußerst kurzer Zeit wirkungsvolle Hilfe leisten können.
Mit der Eingemeindung der selbstständigen Stadt Möhringen in die Stadt Tuttlingen zum 01.01.1973 verlor die Feuerwehr ihre allgemeine Eigenständigkeit - bis auf den örtlichen Bereich. Seit diesem Zeitpunkt wurde sie eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Tuttlingen.
1975 wurde das im Jahr 1951 angeschaffte Löschfahrzeug LF8 durch ein neues Löschfahrzeug LF 16 ersetzt. Um die Einsatzkräfte der Wehr zu verstärken, erfolgte im Jahr 1978 die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs TSF.
1986 wurde der Wehr ein neuer Mannschaftstransportwagen MTW übergeben.
1987erhielt die Wehr einen sogenannten Rettungssatz, um auch bei Verkehrsunfällen rasch und wirkungsvoll helfen zu können.
2006 konnte das neue LF 10/6 der Abt. Möhringen übergeben werden. Es handelt sich hierbei um einen MB Atego mit Magirus Aufbau. Das 1978 angeschaffte TSF konnte somit außer Dienst gestellt werden.

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr über Jahrzehnte hinweg eingeengt und doch eher provisorisch zusammen mit dem Bauhof in der Klingenbergstrasse untergebracht war, liefen gegen Ende der 80er Jahre die Planungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses an.

Nachdem der Bauhof ein eigenes Gebäude erhielt, wurde das Feuerwehrgerätehaus in zwei Bauabschnitten ausgebaut. Im ersten Bauabschnitt wurden die Betriebsräume im Jahr 1990 fertiggestellt und eingeweiht. Die Räumlichkeiten umfassen im wesentlichen Funkalarmzentrale, Atemwerkstatt, sanitäre Einrichtungen, Schulungs- und Aufenthaltsraum. Der zweite Bauabschnitt, die Fahrzeughalle wurde im Jahre 1994 eingeweiht. Die bisherige Halle wurde dazu abgerissen.

Die Ausbildung der Wehr wurde im Laufe der Jahre ständig verbessert und der technischen Fortentwicklung laufend angepasst. Regelmässige Proben und die Teilnahme an den angebotenen Kursen und Lehrgängen waren selbstverständlich. Der gute Ausbildungsstand wurde bei der Teilnahme an zahlreichen Leistungswettbewerben stets erfolgreich unter Beweis gestellt.

Die Ausbildung der Wehrmänner und die Ausrüstung der Feuerwehr hat mit der Entwicklung der letzten Jahrzehnte schrittgehalten. Es ist somit gewährleistet, dass Möhringen heute über eine schlagkräftige und einsatzerprobte Feuerwehr verfügt.

 
     
 
 
   
  Fahrzeuge  
 
 
 

 
 
Florian Tuttlingen 2/42/1 (LF 10/6 der Abt. Möhringen, Bj. 2006)
 
     
 
 
 
Florian Tuttlingen 2/44 (LF 16 der Abt. Möhringen, Bj. 1975)
 
     
 
 
 
  Gerätehaus  
 

 
 
Das Feuerwehrgerätehaus der Abteilung Möhringen
 
     
 
 
   
 

Jugendfeuerwehr

Die Idee des damaligen Kommandanten Richard Hellstern und dessen Stellvertreter Wilhelm Redwitz, in Möhringen eine Jugendfeuerwehr einzurichten, wurde im Jahre 1952 in die Tat umgesetzt. Nach einem entsprechenden Aufruf erschienen 20 interessierte Jugendliche, die sich bereit erklärten, in die Jugendfeuerwehr einzutreten. Die Leitung übernahm Willhelm Redwitz.

Die Jugendfeuerwehr Möhringen war zum 3. August 1952 gegründet. Die Gründung der Jugendfeuerwehr erfolgte in erster Linie aus dem Gedanken heraus für die Feuerwehr geeigneten Nachwuchs heranzubilden.

Die Jugendfeuerwehr ist aber nicht ausschließlich eine Nachwuchsorganisation der Feuerwehr, sondern sie ist eine Gruppe mit einem Teil feuerwehrtechnischer Ausbildung und einem ebenso grossen Teil freier Jugendarbeit. Die Jugendfeuerwehren sind deshalb auch als förderungswürdige Jugendgemeinschaft behördlich anerkannt.

Die Jugendlichen waren stets mit Eifer bei der Sache. Neben der Teilnahme an Zeltlagern wurde in zahlreichen Wettbewerben die Leistungsspange mit Erfolg errungen, welches von einem guten Ausbildungsstand zeugt. Aus den Reihen der Jugendfeuerwehr sind viele Feuerwehrangehörige herangewachsen, die noch heute ihren Feuerwehrdienst versehen.

Die Jugendfeuerwehr bildet einen festen Bestandteil der Feuerwehrabteilung Möhringen. Im Jahr 2002 konnte die Jugendfeuerwehr Möhringen auf ihr 50jähriges Bestehen und Wirken zurückblicken.

Derzeitiger Jugendfeuerwehrwart ist Steffen Keller, der dieses Amt schon seit vielen Jahren erfolgreich führt und Gewähr für eine gute Jugendarbeit bietet. Er und seine Helfer betreuen derzeit ca. 20 Jugendliche, davon einige Mädchen.